Kunst und Kritik im zeitgenössischen Kontext

           
 

 

 

R. Reimann


Coitus simplex austriacus

oder: Die Missionierung des narzißtischen Ich zum Publikumsliebling

 

Hofmannsthals Chandos-Brief hat das seltene Phänomen allgemeiner Einhelligkeit in der Forschung gezeitigt. Nahezu sämtliche Autoren, die sich dazu äußern, sind sich darin einig, daß Ein Brief eine allgemeine Sprachkrise konstatiert.[1] Er offenbart zunächst nichts mehr und nichts weniger als das Dilemma der Bezeichnungen, in der das Abendland spätestens seit Platons Definition des Menschen steckt. Platon hatte den Menschen definiert als Tier auf zwei Beinen ohne Federn, worauf Diogenes von Sinope ein Huhn rupfte und sagte: "Das ist Platons Mensch". Platon erweiterte daraufhin seine Definition um den Passus "mit abgeplatteten Nägeln". Das begriffsbildende System sprachlicher Zeichen versagt also nicht erst am fin de siècle, es versagt überhaupt nicht, ist vielmehr von vornherein ohnmächtig gegenüber der Natur, die zu unterdrücken es bestrebt ist.

Ferner wird allerorten die Affinität Hofmannsthals zu Lord Chandos betont, die die subjektive, auf Petrus Abaelardus zurückgehende, von Rousseau, Goethe, Hölderlin, Senancour, Chateaubriand etc. verwendete Briefform von vornherein nahelegt.

Schließlich wird die konstatierte Sprachkrise mit der tiefsten Persönlichkeitskrise in Hofmannsthals Leben in Verbindung gebracht. Bereits Hermann Broch hatte dies erkannt, als er den "Chandos-Fall" als Panik beschrieb und fortfuhr: "Kein Zweifel, es muß dem 'Chandos-Brief' eine überaus starke seelische Erschütterung vorangegangen sein, und es war nur selbstverständlich, daß sie nach Abreagierung verlangt hat. Sie war vermutlich nicht kleiner als jene, welche Hofmannsthal, damals fast noch ein Knabe, am Beginn seines Dichtertums erfahren hatte, da ihm dieses das Wunder der Identifikation zwischen dem Ich und den Dingen enthüllte. Nun war plötzlich das Umgekehrte eingetreten: In seinem Kampf mit dem Symbol-Problem war ihm jählings die Möglichkeit der Identifikationsunfähigkeit aufgestiegen, und sie schloß die eines Dichtungsverbotes in sich ein. Das war eine katastrophale Entdeckung, und wäre sie mit einem sofortigen Verstummen der gesamten dichterischen Produktion beantwortet worden, es wäre nicht verwunderlich gewesen."[2] Die Überwindung der Krise feierte Meister Alewyn: "So ist Hofmannsthal aus der Sackgasse des Ästhetentums ausgebrochen. Er hat seine seelische Gefahr bemerkt, die Gefahr mitten im Leben zu verarmen oder zu verfaulen oder zu versteinern. [...] Hofmannsthal beginnt nun die Wege zu erforschen, die ins Leben führen: Liebe, Ehe, Vaterschaft, Gesellschaft, das Handeln..."[3]

Eva Philippoff wertet Hofmannsthals Wandlung nach dem Chandos-Brief differenzierter als Alewyn: "Hofmannsthals poetische Kraft ist nicht plötzlich versiegt, um einer womöglichen 'wahren Berufung' – hier der zum Theater – Platz zu machen, sie ist vielmehr einer seelischen Krise, dem Erwachen des moralischen Bewußtseins im reifenden Manne, zum Opfer gefallen."[4]

Am deutlichsten wird Waltraud Wiethölter in ihrer gediegenen und klugen Hofmannsthal-Studie: "Zu diesem abrupten Wechsel zwischen überdimensionierten Icherweiterungen und Depression, wie er das narzißtische Erleben zu kennzeichnen pflegt, kamen im Falle des Lords Erfahrungen, die man bei aller Zurückhaltung in terminologischen Belangen wohl doch psychotisch nennen muß. Auch sie bedeuteten eine Flucht ins Imaginäre und waren dadurch gekennzeichnet, daß sich die Wirklichkeit nicht auf Distanz halten, das Ich vor der hereinbrechenden Gewalt des Realen nicht mehr in Schutz nehmen ließ."[5]

Angesichts dieser, beliebig mit weiteren Beispielen belegbaren, allgemeinen Einhelligkeit nimmt es jedoch wunder, daß niemand bisher die Frage sich vorgelegt hat, wodurch diese Sprach- und Persönlichkeitskrise ausgelöst worden sein könnte. Die Beantwortung dieser Frage erfordert zunächst einen Blick auf Hofmannsthals persönliche und private Situation im Jahre 1902, die, wie zu sehen sein wird, sich im Text des Chandos-Briefes mehr oder weniger verschlüsselt niederschlägt.

Der Chandos-Brief ist im August 1902 niedergeschrieben worden. Hinter Loris / Hofmannsthal liegt der Erfolg des Frühbegabten. Diese Begabung ist nicht zu leugnen, festzuhalten ist freilich in jedem Falle, daß Hofmannsthal bei weitem kein Rimbaud, viel weniger radikal als dieser ist. Hofmannsthals frühe Begabung offenbart sich am ehesten in seinen Gedichten, nicht in seinen frühen Dramen, was daran liegen mag, daß insbesondere in der Lyrik die Dominanz des Über-Ich kaum erforderlich, ja schädlich ist; und Hofmannsthal hatte ein starkes Über-Ich. Die Dramen des jugendlichen Hofmannsthal zeugen von jener "Versatilität", die 1940 schon Walter Benjamin erkannt hatte: "Ich glaube, Hofmannsthal hat zu seinen Gaben zeitlebens gestanden wie Christus zu seiner Herrschaft gestanden hätte, wenn er sie seiner Verhandlung mit Satan zu danken gehabt hätte. Die ungewöhnliche Versatilität geht bei ihm, wie mir scheint, mit dem Bewußtsein zusammen, Verrat am Besten in sich geübt zu haben. Darum konnte ihn keine Vertrautheit mit dem Gelichter schrecken."[6]

George hatte dies gleichfalls erkannt. Im Teppich des Lebens (1899) sind folgende, an Hofmannsthal gerichtete Verse zu lesen:

 "In alle seelen einzuschlüpfen gierig
Blieb deine eigne unbebaut und öd".

Auch des Umgangs mit dem Gelichter hatte George Hofmannsthal bezichtigt:

"Du fandest seltne farben schellen scherben
Und warfest sie ins wirre blinde Volk
Das überschwall von preis der dich berauschte".
[7]

 George spricht den zentralen Punkt des Hofmannsthal'schen Problems an: Hofmannsthals Narzißmus, das Geliebt-Werden-Wollen um jeden Preis.[8] Hofmannsthal lag zudem, im Gegensatz zu George, alles Messianische fern, und dies ist es nicht zuletzt, was George und Benjamin ihm als Verrat an der Kunst vorwerfen.

Die Figuren der frühen Dramen sind alles andere als Renaissancefiguren, vielmehr blutarme, feinnervige Katholiken, die in Renaissancekostümen stecken. Die ewigen Endecasyllabi sind weniger dichterischer Rausch als das Produkt fleißig erledigter Hausaufgaben. Der junge Hofmannsthal war ein eifriger Theaterbesucher, und der Endecasyllabo ist die dominierende Versform jener Stücke, die Hofmannsthal sah. Bei ständiger Berieselung mit diesem Versmaß geht jedem dichterisch einigermaßen Begnadeten dasselbe in Fleisch und Blut über, und dies in viel leichterem Maße als etwa der Alexandriner.

Nahezu grotesk wirkt die Darstellung von Frau und Sexualität, was niemandem, der auf diesem Gebiet jedweder Erfahrung entbehrt, vorgeworfen werden kann, selbst dann nicht, wenn zu bedenken ist, daß Rimbaud Le bâteau ivre schrieb, bevor er je das Meer gesehen hatte. Kennzeichnend für die Darstellung der Ehebrecherinnen in Gestern, Idylle, besonders in Die Frau im Fenster, wo ein banaler Ehebruch vom Gehörnten damit bestraft wird, daß er die einstmals Angebetete mit einer Strickleiter erwürgt, ist eine grenzenlose Überschätzung des Libidoobjekts;[9] und dies kann nicht kalkuliert, nicht gedacht sein, hier spricht das Es. Hier spricht die narzißtische Angst. Für den jungen Hofmannsthal war der Ehebruch etwas Tragisches, nichts Komisches wie etwa für Boccacchio. Diese Art der Darstellung des Ehebruchs ist wiederum ein Indiz für Hofmannsthals übersteigerten Narzißmus, denn nur, wer geliebt werden will, nicht der, der liebt, erhebt ein genitales Besitzrecht auf das Objekt.

Neun Jahre vor dem Chandos-Brief liegt Hofmannsthals erste Begegnung mit George, der die Begabung des jungen Loris erkannt hatte. Die dramatischen Umstände dieser Begegnung sind bekannt und müssen hier nicht erörtert werden.[10] Entscheidend ist für unseren Zusammenhang jedoch, daß Hofmannsthal sich hier einem Vater entzieht, als den er George sofort ansieht und von dem eine Bedrohung ausgeht, die den über alles geliebten Vater aus dem Felde zu schlagen anheischig wird.[11] Hofmannsthal läßt sich ja auch vor George von seinem Vater verleugnen.[12]

Immerhin: Hofmannsthal ist sich der Wertschätzung Stefan Georges, dessen Größe er erkennt, sicher: Der Tod des Tizian erscheint im ersten Band der Blätter für die Kunst. Hermann Bahr und das "Junge Wien" bewundern Loris/Hofmannsthal sowieso. Dies verleiht Produktivität; 1897 ist das (quantitativ) produktivstes Jahr des jungen Hofmannsthal.

Hofmannsthal muß das Gefühl haben, angekommen zu sein, erreicht zu haben, was zu erreichen war, er wird bewundert, er wird geliebt – aber wer bewundert, wer liebt ihn? Es ist dies ein enger Kreis, bestehend nahezu sämtlich aus Vaterfiguren, die sagen: grandios, hervorragend, fein gemacht. Das sind zuwenige. Ziel der narzißtischen Objektwahl ist das Geliebtwerden; die Außenwelt ist an sich gleichgültig, wichtig nur für die Befriedigung der Ichlibido. Für Hofmannsthal bedeutet dies den Weg zum Publikum. Er will anerkannt, geliebt werden vom Kulturpöbel und ringt um dessen Gunst, die mit esoterischer Dichtung nicht zu erreichen ist, mit dem Schweigen schon gar nicht, das von Chandos als Ausweg erwogen wird. Der Schluß des Briefes ist darum die Rechtfertigung nicht des Schweigens, sondern des Weges zu einer anderen Ausdrucksform als der esoterischen: "[...] nämlich weil die Sprache, in welcher nicht nur zu schreiben, sondern auch zu denken mir vielleicht gegeben wäre, weder die lateinische noch die englische noch die italienische und spanische ist, sondern eine Sprache, von deren Worten mir nicht eines bekannt ist, eine Sprache, in welcher die stummen Dinge zu mir sprechen, und in welcher ich vielleicht einst im Grabe vor einem unbekannten Richter mich zu verantworten habe."[13] Da hier wie im gesamten Brief auf Platons Höhlengleichnis, auf Spinoza, respektive auf Baudelaires Correspondances und Ernst Mach angespielt und dies obendrein mit Gott in Verbindung gebracht wird, also einige der schwersten Geschütze aufgefahren werden, die dem abendländischen Denken zur Verfügung stehen, kann ermessen werden, wie stark Hofmannsthal sich zur Selbstrechtfertigung, aber auch zur Rechtfertigung vor der Außenwelt genötigt fühlte.

Aus dem Knaben ist inzwischen ein Mann geworden, den die gesellschaftliche Norm zu Haus, Sohn und Baum verpflichtet. "Der Weg zum Sozialen als Weg zum höheren Selbst: der nicht mystische Weg a) durch die Tat b) durch das Werk c) durch das Kind", schreibt Hofmannsthal an anderer Stelle.[14]

Hofmannsthal dürfte, da er am 8. Juni 1901 standesgemäß heiratet, sich seiner Homosexualität in viel geringerem Maße bewußt gewesen sein als etwa Thomas Mann, und dennoch kann dieser Entschluß kein leichter gewesen sein. Hofmannsthal erwirbt für sich und seine Frau per 1. Juli 1901 das Haus in Rodaun, wenn auch nur zur Miete, und zeugt im gleichen Jahr – eine Tochter, Christiane Maria Anna Katharina Pompilia, die am 14. Mai 1902 geboren wird und am 28. August die Taufe erhält. Im August 1902 schreibt Hofmannsthal Ein Brief. Die beiden letzten Namen, auf die er die Tochter taufen läßt, beziehen sich auf die Tochter des Lord Chandos, der klagt: "Es begegnete mir, daß ich meiner vierjährigen Tochter Katharina Pompilia eine kindische Lüge, deren sie sich schuldig gemacht hatte, verweisen und sie auf die Notwendigkeit, immer wahr zu sein, hinführen wollte, und die dabei im Munde zuströmenden Begriffe plötzlich eine solche schillernde Färbung annahmen und so ineinander überflossen, daß ich den Satz, so gut es ging, zu Ende haspelnd, so wie wenn mir unwohl geworden wäre und tatsächlich bleich im Gesicht und mit einem heftigen Druck auf der Stirn, das Kind allein ließ, die Tür hinter mir zuschlug und mich erst zu Pferde, auf der einsamen Hutweide einen guten Galopp nehmend, wieder einigermaßen herstellte."[15] Aus diesem in manieristischem Deutsch verfaßten Satz geht die Angst des Lords hervor, als Vater zu versagen.

Das Geburtsdatum von Hofmannsthals Tochter offenbart, daß diese nach der Eheschließung gezeugt wurde, und sollte es denn so sein, daß Hofmannsthal nach gut katholischer Sitte in der Hochzeitsnacht seine Unschuld verloren hat, durch den staatlich und kirchlich sanktionierten coitus simplex austriacus, fällt dies zusammen mit dem Verlust der narzißtischen Überschätzung des Sexualobjekts Frau. Dies erscheint als umso wahrscheinlicher eingedenk der Tatsache, daß Gertrud Schlesinger alles andere war als ein Vamp oder eine Christiane Vulpius, auf deren Vornamen sich der erste Vorname von Hofmannsthals Tochter bezieht. Insofern ist diese Ehe eine Heilung, eine Heilung von der Überschätzung des Objekts. Daß der Beischlaf für Lord Chandos nicht weiter von Bedeutung ist, teilt er wie folgt mit: "In diesen Augenblicken wird eine nichtige Kreatur, ein Hund, eine Ratte, ein Käfer, ein verkümmerter Apfelbaum, ein sich über den Hügel schlängelnder Karrenweg, ein moosbewachsener Stein mir mehr, als die schönste, hingebendste Geliebte der glücklichsten Nacht mir je gewesen ist."[16] – Armer Lord!

Elternliebe, die Hofmannsthal, der angesichts des Suizids seines Sohnes Franz den Liebestod stirbt, wie kaum jemandem sonst bescheinigt werden darf, bedeutet die Umwandlung des Narzißmus zur Objektliebe,[17] mithin eine Regression. Diese kann sich gar nicht krisenfrei vollziehen.

So ist der Chandos-Brief nichts als ein Vehikel der eigenen Katharsis und der Selbstrechtfertigung. George hat Hofmannsthal vorgeworfen, daß Hofmannsthal kein George wurde, und die Stimmen derer, die Hofmannsthal den Abstieg zum Kulturpöbel vorwerfen, werden sicher auch nie verstummen. Vielleicht aber hatte Hofmannsthal gar keine andere Wahl, waren Ehe, Haus und Kinder sein Glück, das ihm doch zustand wie jedem anderen auch. Ein Glück war in jedem Falle die Zusammenarbeit mit Richard Strauss; daß Spannungen hierbei nicht ausbleiben konnten zwischen zwei so unterschiedlichen, großen Geistern, ist völlig normal.

Überdies gab es weitaus schlechtere Librettisten als den Librettisten Hugo von Hofmannsthal. Hugo von Hofmannsthal war ein wirklich guter Librettist. Ohne Dichtung wäre die Welt ein Irrtum. Ohne wirklich gute Librettisten wäre die Welt wahrscheinlich auch ein Irrtum. Bis zur Zeit des Schweigens im Theater, bis hin zu Beckett, ist es ohnehin noch ein weiter, steiniger Weg.

Lord Chandos reiht sich ein in das Défilé der Verrückten, von denen die Weltliteratur genügend parat hat, angefangen von Hamlet, über Werther, Oberman, René, Heinrich von Ofterdingen, Frédéric Moreau, bis hin zu Hans Castorp, den Figuren von Kafka, Joyce und Beckett. In der Tat wird er mit dem Hamlet-Problem konfrontiert: mit dem Ekel vor jedwedem Handeln, das doch am Wesen der Dinge, am Entsetzlichen und Absurden des Seins nichts zu ändern vermag.[18] "Hier, in dieser höchsten Gefahr des Willens, naht sich, als rettende, heilkundige Zauberin die Kunst; sie allein vermag jene Ekelgedanken über das Entsetzliche oder Absurde des Daseins in Vorstellungen umzubiegen, mit denen sich leben lässt: diese sind das Erhabene als die künstlerische Bändigung des Entsetzlichen und das Komische als die künstlerische Entladung vom Ekel des Absurden."[19]

Hofmannsthal vollzieht in der Folge des Chandos-Briefes nicht nur die Wendung zu einer anderen sprachlichen Ausdrucksform, er vollzieht zugleich die Wendung zur Musik. Ihm die im Chandos-Brief angezeigte Wandlung vorzuwerfen wie George und Benjamin, erscheint ebenso ungerechtfertigt, wie etwa Goethe vorwerfen zu wollen, nach dem Werther nicht jegliches Schreiben eingestellt zu haben.

 


[1]Zusammengefaßt in: Hans-Albrecht Koch: Hugo von Hofmannsthal, Darmstadt 1989, S. 131-134. Jüngere Publikationen dazu: Andreas Härter: Der Anstand des Schweigens, Bonn 1989; Waltraud Wiethölter: Hofmannsthal. Tübingen 1990; Uwe C. Steiner: Die Zeit der Schrift, München 1996, S. 22-26.

[2]Hermann Broch: Hofmannsthal und seine Zeit. München 1964, S. 159. Broch beschreibt hier, was für unseren Zusammenhang wichtig werden wird, eine Regression.

[3]Richard Alewyn: Über Hugo von Hofmannsthal. Göttingen 41967, S. 184 f.

[4]Eva Philippoff: Der schweigsame Weg. Hofmannsthals Verknüpfung mit dem Sozialen. In: Recherches Germaniques. (Strasbourg) 13/1983, S. 87-103, hier S. 88.

[5]Wiethölter (Anm. 1), S. 63.

[6]Walter Benjamin: Briefe I/II, Frankfurt a. M. 1966, Bd. II, S. 854 (Brief an Adorno vom 7. Mai 1940).

[7]Stefan George: Der Verworfene. In: Der Teppich des Lebens und die Lieder von Traum und Tod mit einem Vorspiel, (Berlin) 1899, Seiten der Originalausgabe sind nicht nummeriert.

[8]In meinen Ausführungen zu Hofmannsthals Narzißmus stütze ich mich theoretisch auf Freuds Aufsatz: Zur Einführung des Narzißmus (1914). In: Sigmund Freud: Studienausgabe Bd. III. Frankfurt am Main 1975, S. 37-68.

[9]Hinzu kommt folgender Aspekt: "So ist zum Beispiel die Sexualüberschätzung des Objektes eine Idealisierung desselben." Ebda., S. 61.

[10]Cf. Franz Schonauer: Stefan George. Reinbek bei Hamburg 1960, S. 27-36.

[11]"Ganz ohne Vermittlung von Zwischenpersonen kam dann George auf mich zu: als ich ziemlich spät in der Nacht in einer englischen Revue lesend in dem Café saß, trat ein Mensch von sehr merkwürdigem Aussehen, mit einem hochmütigen leidenschaftlichen Ausdruck im Gesicht (ein Mensch, der mir weit älter vorkam als ich selber, so wie wenn er schon Ende Zwanzig wäre) auf mich zu, fragte, ob ich der und der wäre – sagte mir, [...] was man ihm auch sonst von mir berichtet habe, deute darauf hin, daß ich unter den wenigen in Europa sei [...], mit denen er Verbindung zu suchen habe", schreibt Hofmannsthal kurz vor seinem Tode an Walter Brecht. In: Briefwechsel zwischen George und Hofmannsthal. Hrsg. Robert Boehringer. München und Düsseldorf 21953, S. 235. (Meine Hervorhebung.)

[12] Cf. Robert Boehringer: Mein Bild von Stefan George, München und Düsseldorf 1951, S.51.

[13]Hugo von Hofmannsthal: Sämtliche Werke XXXI, Frankfurt am Main 1991, S. 54.

[14]Zitiert bei: Philippoff (Anm. 4), S. 91. Für "Tat" kann im Sinne der Psychoanalyse "Koitus" stehen, für "Werk" "Kind".

[15]Hofmannsthal (Anm. 13), S. 49.

[16]Ebda., S. 52.

[17]"Die rührende, im Grunde so kindliche Elternliebe ist nichts anderes als der wiedergeborene Narzißmus der Eltern, der in seiner Umwandlung zur Objektliebe sein einstiges Wesen unverkennbar offenbart." Freud (Anm. 8), S. 58.

[18]"How weary, stale, flat, and unprofitable/Seem to me all the uses of this world!" Shakespeare, Hamlet, I, 2.
Cf. ferner: Friedrich Nietzsche: Die Geburt der Tragödie. In: Friedrich Nietzsche: Sämtliche Werke. Kritische Studienausgabe. München 1988, Band I, S.56 f..

[19]Ebda., S. 57. (Nietzsches Hervorhebungen.)

 

 

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