Kunst und Kritik im zeitgenössischen Kontext

           
 

 

 

R. Reimann


Bezüge der Dialektik der Aufklärung von Horkheimer/Adorno zu Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats von F. Engels

Als die Dialektik der Aufklärung 1947 im Amsterdamer Querido-Verlag in zweiter Auflage erschien, fanden sich einige Veränderungen im Text, verglichen mit der Erstausgabe von 1944. Was 1944 noch "Ausbeutung" geheißen hatte, hieß 1947 "Leiden", "Produktivkräfte" waren durch "Möglichkeiten" ersetzt, aus "Klassengesellschaft" war schlicht "Gesellschaft" geworden, aus "Kapital" "die ökonomisch Stärksten", aus "Kapitalismus" "Bestehendes", aus "Monopolismus" "Kulturindustrie" etc.. Dies bedeutet nichts anderes, als daß die Terminologie des Marxismus durch einen ideologisch unverdächtigeren Begriffsapparat ersetzt wurde, wofür es gute Gründe gab. Aus der Sowjetunion und den Westalliierten des Zweiten Weltkrieges waren, nach dem Tode Roosevelts und vor allem seit Churchill den eisernen Vorhang verkündet und bekannt hatte, man habe das falsche Schwein geschlachtet, erbitterte Feinde geworden. Stalins imperialer Expansionsdrang und der amerikanische Antikommunismus, der später im McCarthysmus faschistoide Blüten trieb, schufen politische Gegebenheiten, die für Toleranz keinen Raum ließen.

Sicher ist die Reinigung des Textes den politischen Kräfteverhältnissen des Nachkriegs zu einem Gutteil geschuldet, von wo aus sich jedoch die Frage erhebt, weshalb die Neuauflage des Buches 1969 nicht auf den ursprünglichen Text von 1944 zurückgreift. Dies geschah deshalb nicht, weil die Selbstzensur dem Text eher vorteilhaft als schädlich gewesen ist; hier liegt also einer jener seltenen Fälle vor, wo das Schlechte im Guten mündete, wie Leibniz das in der Theodizee (1710) als allgemeine Regel postulierte.

Wie Leibniz werden Kant, Hegel, Descartes, Auguste Comte, Nietzsche, Marx, Engels und Freud von den Autoren als bekannt vorausgesetzt, desgleichen Homer, Plato, Aristoteles und die Bibel. Die Dialektik der Aufklärung steht in einem philosophischen Diskurs und ist als solcher Resümee des aktuellen Standes der Philosophie, die hier durchaus synonym mit Aufklärung gesetzt werden kann.

Die Aufklärung, die für beide Autoren spätestens mit dem griechischen Heroenzeitalter, dem Anfang der "Entzauberung der Welt" (S. 9.)[1] beginnt, habe ihr Anliegen verfehlt, weil sie ihrer dunklen Seite, damit ihrer Dialektik nicht innegeworden sei.

Adorno und Horkheimer gehen an die Ursprünge dieses Scheiterns zurück, um dieses Scheitern entwicklungsgeschichtlich zu erklären. Sie stützen sich hierbei auf Erkenntnisse, die vor ihnen schon gewonnen worden sind, ohne dies immer im einzelnen auszuweisen. Ihre Argumentation wird dadurch stringenter, für in Philosophie weniger Bewanderte jedoch bisweilen schwieriger nachvollziehbar. Insbesondere Adorno ist hierbei unerbittlich. An der Frage, ob die Kompliziertheit der Welt einfach zu erklären sei, scheiden sich seit je die Geister, und hier ist nicht der Ort, darüber zu debattieren.

Was von Adorno und Horkheimer aus dem 1884 von Engels veröffentlichten Buch Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats in der Dialektik der Aufklärung verwertet wurde, ist von den Autoren nicht ausgewiesen. Auch ob dies bewußt oder unbewußt geschah, muß dahingestellt bleiben; evident sind die Bezüge in jedem Falle.

Wie der Titel der Schrift von Engels das bereits verrät, stehen die Ursprünge von Familie, Privateigentum und Staat miteinander in Verbindung.

Engels unterscheidet zunächst zwei vorgeschichtliche Kulturstufen: Die Wildheit und die Barbarei. Beide Kulturstufen untergliedert er in Unterstufe, Mittelstufe, Oberstufe.

Interessant ist für unseren Zusammenhang vorderhand die Epoche der Barbarei, auf deren Unter- und Mittelstufe die Menschen seßhaft werden vermöge der Zähmung und Züchtung von Tieren und des Ackerbaus. Der Oberstufe der Barbarei "gehören an die Griechen zur Heroenzeit, die italischen Stämme kurz vor der Gründung Roms, die Deutschen des Tacitus, die Normannen der Wikingerzeit" (MEW 21, S. 34.). Diese Oberstufe der Barbarei beginnt mit dem Schmelzen des Eisenerzes und geht über in die Zivilisation.

Daraus wird ersichtlich, daß die im von Horkheimer konzipierten Kapitel Odysseus oder Mythos und Aufklärung skizzierte Überwindung der Natur durch "den ersten Bürger Odysseus" zusammenfällt mit dem von Engels konstatierten Umschlagen der Barbarei in Zivilisation. "Die höchste Blüte der Oberstufe der Barbarei tritt uns entgegen in den homerischen Gedichten, namentlich in der 'Ilias'." (Ibidem.)

In den Entwicklungsstufen der Wildheit und der Barbarei herrschen Polygamie und Matriarchat; eines bedingt das andere. Im Matriarchat ist es stets ungewiß, wer der Vater eines Kindes ist. Die ausschließliche Anerkennung der Abstammungsfolge nach der Mutter  und die daraus sich mit der Zeit ergebenden Erbschaftsbeziehungen konstituieren das Matriarchat (Cf. ibidem, S. 48.). Von Entwicklungsstufe zu Entwicklungsstufe setzen sich Formen der Gruppenehe durch, die den Inzest ausschließen. Dadurch verengt sich der Kreis der für die Fortpflanzung Zueinanderpassenden mehr und mehr, Gruppenehe wird immer schwieriger, die Einzelehe entsteht. Individuelle Geschlechtsliebe spielt hierbei keine Rolle. Die Beteiligten werden nicht nach ihrer Meinung gefragt, vielmehr von den Müttern verheiratet. "Oft werden so zwei einander ganz Unbekannte verlobt und erst von dem abgeschlossenen Handel in Kenntnis gesetzt, wenn die Zeit zum Heiraten heranrückt." (Ibidem, S. 53.) Diese archaische Einzelehe bleibt leicht löslich von beiden Seiten; als Trennungsgrund genügt beispielsweise, wenn der Mann aus dem Mund schlecht riecht. Kinder und Haushaltung gehören nach der Trennung der Mutter allein. Dem Mann bleiben einzig seine Arbeitsmittel.

Den Männern obliegt in der Barbarei der Nahrungserwerb. Die Nahrung fällt an alle im Haushalt Lebenden zu gleichen Teilen. Hausarbeit ist einzig Sache der Frauen für die im Haushalt lebenden Familienmitglieder. Diese Hausarbeit ist mindestens ebenso geachtet wie die Nahrungsbeschaffung durch die Männer. "Kommunistischer Haushalt bedeutet aber Herrschaft der Weiber im Hause, wie ausschließliche Anerkennung einer leiblichen Mutter bei Unmöglichkeit, einen leiblichen Vater mit Gewißheit zu kennen, hohe Achtung der Weiber, d. h. der Mütter, bedeutet. Es ist eine der absurdesten, aus der Aufklärung des 18. Jahrhunderts überkommenen Vorstellungen, das Weib sei im Anfang der Gesellschaft Sklavin des Mannes gewesen. Das Weib hat bei allen Wilden und allen Barbaren der Unter- und Mittelstufe, teilweise noch der Oberstufe, eine nicht nur freie, sondern hochgeachtete Stellung." (Ibidem.) "Die kommunistische Haushaltung, in der die Weiber meist oder alle einer und derselben Gens angehören, die Männer aber auf verschiedene Gentes sich verteilen, ist die sachliche Grundlage jener in der Urzeit allgemein verbreiteten Vorherrschaft der Weiber". (Ibidem, S. 54.)

Diese Entwicklungsstufe der Menschheit unterscheidet sich von allen späteren durch einen wesentlichen Tatbestand: Es wurde noch kein Mehrwert erzielt. Was gejagt, gefischt, gesammelt, insgesamt produziert wurde, reichte geradeso zum Überleben. Kommunismus bedeutet, daß niemand mehr besitzt als der andere. Mit dem Auftreten des Mehrprodukts zerfallen die alten Familienformen, mit ihnen das Matriarchat.

Die Heraufkunft des Mehrprodukts hängt zusammen mit Ackerbau und Viehzucht, mit forcierter Ausbeutung der Natur durch den Menschen. Erzielt wird das Mehrprodukt nicht im Haushalt, sondern außerhalb des Haushalts, also durch den Mann. Der Mann war Eigentümer des Viehs und der Sklaven, die mit der Möglichkeit der Überschußproduktion entstehen, und er erhielt beides auch nach einer Trennung. Seine eigenen Kinder jedoch waren, solange das Mutterrecht galt, enterbt. Also mußte das Mutterrecht umgestoßen werden. Dies geschah auf Betreiben der Frauen, die jetzt eines sicheren Vaters für ihre Kinder bedurften, von dem diese erben konnten. Die Frau bestand also auf Monogamie - der Frau. "Von den Männern konnte dieser Fortschritt [...] nicht ausgehn, weil es ihnen überhaupt nie, auch bis heute nicht, eingefallen ist, auf die Annehmlichkeiten der tatsächlichen Gruppenehe zu verzichten." (Ibidem, S. 57.) Engels schlußfolgert: "Der Umsturz des Mutterrechts war die weltgeschichtliche Niederlage des weiblichen Geschlechts." (Ibidem, S. 61. Hervorhebung Engels.)

So ist also das Patriarchat die Folge der ökonomischen Entwicklung. Patriarchat bedeutet Herrschaft des Mannes in der Familie. Familie, lat. famila bedeutet in diesem Sinne vor allem Herrschaft über die Sklaven. "Famulus heißt ein Haussklave und familia ist die Gesamtheit der einem Mann gehörenden Sklaven". (Ibidem.)

Zeichen patriarchalischer Herrschaft sind in den homerischen Epen nicht zu übersehen. Als Beispiel sei auf Telemachos verwiesen, auf den in Abwesenheit seines Vaters die häusliche Macht übergeht. Folgendermaßen weißt er Penelope zurecht:

"Geh jetzt in deine Gemächer, erledige deine Geschäfte:

Wirke mit Webstuhl und Spindel und halte die Mägde zu stetem

Arbeiten an! Die Rede ist Sache sämtlicher Männer,

aber die meine vor allen; denn ich bin Gebieter im Hause".[2]

Engels läßt sich, was Griechenland angeht, über den Unterschied zwischen Dorern (Sparta) und Ioniern (Athen) aus, was für unseren Zusammenhang jedoch irrelevant ist.

Entscheidend ist, daß Einzelehe und Monogamie als Folge veränderter ökonomischer Bedingungen die Unterjochung des weiblichen Geschlechts durch das männliche bedeuten. Matriarchat bedeutete Kommunismus, Patriarchat bedeutet Klassenherrschaft. Männer unterdrücken Frauen: Das ist die erste Form von Unterdrückung einer Klasse durch eine andere[3] und die Wiege der Zivilisation. An dieser Wiege steht auch das Privateigentum und jenes Phänomen, das Marx als "Fetischcharakter der Ware" beschreibt. (Cf. K. Marx, Das Kapital, MEW 23, 85 -98.)[4]

Mit dem Mehrwert wird alles zur Ware: Produktionsmittel, Nahrungsmittel, Menschen in Form von Sklaven, Frauen in Form von Hetären. Frühere Entwicklungsstufen kannten die Sklaverei nicht, erst von dem Zeitpunkt an, da der Einzelne mehr produziert, als er verzehren kann, rentieren sich überhaupt Sklaven.

Zahlungsmittel ist zunächst Vieh, später ungeprägtes Edelmetall, schließlich geprägtes Edelmetall. Alles und jedes wird nach seinem Warenwert bemessen, wobei dieser zwangsläufig vom tatsächlichen Wert differiert.

Wenn Adorno und Horkheimer schreiben: "Die Gesänge Homers und die Hymnen des Rigveda stammen aus der Zeit der Grundherrschaft und der festen Plätze, in der ein kriegerisches Herrenvolk über die Masse besiegter Autochtonen sich seßhaft macht. Der höchste Gott unter den Göttern entstand mit dieser bürgerlichen Welt, in welcher der König als Anführer des gewappneten Adels die Unterworfenen am Boden hält, während Ärzte, Wahrsager, Handwerker, Händler den Verkehr besorgen. Mit dem Ende des Nomadentums ist die Basis festen Eigentums hergestellt" (S. 19 f..), ferner Odysseus als "Eigentümer" (S. 20.) bezeichnen, stimmen sie mit dem überein, was Engels 1884 konstatiert hat.

Formen patriarchalischer Macht sind später u. a. das Christentum mit dem ersten als dem höchsten Gebot[5], jedes König- und Fürstentum von Gottes Gnaden, das Papsttum, die bürgerliche Gesellschaft. Auswuchs der feudalen Gesellschaft ist der Stalinismus, Auswüchse der bürgerlichen Gesellschaft sind der Faschismus und die Konsumgesellschaft.

Adolf Hitler hatte versprochen: "Das Werk, das Christus begonnen hat, werde ich zu Ende führen"[6] und sich damit zum Nachfolger des Nazareners erklärt. Die Nationalsozialisten hatten anfangs überhaupt keine Probleme damit, sich mit der Tradition des Christentums zu identifizieren, und die Massen nahmen das dankbar auf. Der Messias ist austauschbar, der Glaube der Massen an den Messias nicht. Bekanntlich gab auch der Papst dem Führer und seinen Horden mit dem Reichskonkordat am 20. Juli 1933 seinen Segen. Das Reichskonkordat mit dem Papst war der erste diplomatische Erfolg Hitlers auf internationaler Bühne.

Von hier aus haben wir uns an den Ausgangspunkt der Fragestellung zu begeben, die Horkheimer und Adorno zur Dialektik der Aufklärung bewog. Angesichts von Faschismus, Stalinismus und Monopolkapitalismus strahlt die vollends aufgeklärte Erde im Zeichen triumphalen Unheils (Cf. S. 9.). Dies ist eine Tatsache, die durch Theorien, Philosophien und Religionen nicht zu leugnen ist. Unbestritten bleibt für die Autoren allerdings, daß der Weg zur Aussöhnung oder Versöhnung mit der Natur nur über die Aufklärung bzw. Befreiung des Menschen aus gesellschaftlichen Zwängen geschehen kann. Die Aufklärung hat aber versagt, nach Auschwitz und in die Paranoia des amerikanischen Konsumfaschismus geführt. Erhebt sich die Frage: Warum hat die Aufklärung, trotz bester Absicht, Holocaust und Konsumterror provoziert, warum ist die Aufklärung letztlich ein Teil jener Kraft, die Gutes will und Böses schafft? Antwort: Durch die Dominanz der Ratio, die Zurückdrängung der Natur, die sich nicht beherrschen läßt, immanent bleibt und sich für jede Entfremdung rächt.

Zu fragen ist dann weiter nach den die Gesellschaften und die Individuen durchdringenden Erscheinungsformen des Übels. Horkheimer und Adorno sind nicht die ersten, die sich solches fragen; Engels und Marx gingen, vor Auschwitz, Alice Island, Gulag, von ähnlichen Fragestellungen aus wie Horkheimer und Adorno. Wo Engels und Marx Wechsel auf die Zukunft ausstellen, geraten sie oft in die Nähe zu unfreiwilliger Komik; Adorno und Horkheimer enthalten sich jeglicher Vision. Sie beschränken sich darauf, zu konstatieren, hüten sich vor Hellsehertum marxistischer Prägung, das 1944 zumal bereits historisch überholt ist Horkheimer und Adorno sind keine Marxisten; Adorno war das nie, Horkheimer ist es 1944 nicht mehr. Das hindert sie jedoch nicht daran, von Marx und Engels das in ihre Philosophie aufzunehmen, was ihrer Ansicht nach in den Bereich der Wahrheit gehört.- So ist beispielsweise Das Kapital nach wie vor die profundeste ökonomische Analyse des Kapitalismus.

Adorno sieht Befreiendes, Wahres im Sinne von Regression auf Natur vorderhand nur noch in der Kunst, wobei er die Nietzschesche Ästhetik in bezug auf den Begriff der décadence offensichtlich beleiht. In dem von Adorno konzipierten Kapitel Kulturindustrie heißt es: "Kunstwerke sind asketisch und schamlos, Kulturindustrie ist pornographisch und prüde." (S. 148.) Engels beschreibt als Charakteristikum der Zivilisation "Monogamie, ergänzt durch Ehebruch und Prostitution" (Op. cit., S. 76.). Ohne Monogamie und Prüderie gäbe es weder Prostitution noch deren modernere Form, die Pornographie. Prostitution und Pornographie sind Waren, für die ein (künstliches) Bedürfnis besteht. Auf Nietzsche fußt Adornos Ästhetik insofern, als Adorno wie Nietzsche als Kunst nur gelten läßt, was frei von jeglicher Wirkungsintention ist. Nietzsche hatte Wagner als einen décadent bezeichnet, weil dieser sich zum Publikum hinabbegeben hatte und mit dem Parsifal unter dem Kreuze zusammengebrochen sei.[7]

Kultur und Kulturindustrie sind für Adorno Gegensätze zur Kunst: "Zur Bändigung der revolutionären wie der barbarischen Instinkte hat Kultur seit je beigetragen. Die industrialisierte tut ein übriges." (S.161.) - Indem Adorno hier revolutionäre und barbarische Instinkte synonym setzt, beschreibt er Revolution als Regression auf die Entwicklungsstufe vor der Zivilisation. In diesem Sinne läßt sich auch der Satz interpretieren: "Zivilisation ist der Sieg der Gesellschaft über Natur, der alles in bloße Natur verwandelt." (S. 195.) Bloße Natur meint hier geblößte, entblößte, feindliche, zu unterjochende Natur.

Laut Engels war der Zivilisationsprozeß verbunden mit der immer stärkeren Herausbildung von Herrschaftsstrukturen. Von der Naturbeherrschung führt der Weg zur Herrschaft des Mannes über die Sklaven und die Frau, und von der patriarchalischen Familie bis zum Staat, der "nicht nur die aufkommende Spaltung der Gesellschaft in Klassen verewigte, sondern auch das Recht der besitzenden Klasse auf Ausbeutung der nichtbesitzenden und die Herrschaft jener über diese" (MEW 21, S. 106.), ist es nur ein Schritt. Der fortschreitende Zivilisationsprozeß inclusive der Aufklärung bedingen fortschreitende Entfremdung des Menschen von der Natur im umfassendsten Sinne, ohne daß die Menschen sich dessen bewußt sind. "Sie wissen das nicht, aber sie tun es." (K. Marx, Das Kapital, op. cit., S. 88.)


[1]Alle Zitate DdA folgen der Taschenbuchausgabe des S.-Fischer-Verlags Frankfurt/M. 1988.

[2]Homer, Werke in zwei Bänden, Berlin und Weimar 1976, Bd. 2, S.18. (Hervorhebung des Übersetzers nach dem Original.)

[3]"Er [der Mann, R. R.] ist in der Familie der Bourgeois, die Frau repräsentiert das Proletariat." F. Engels, in: MEW 21, S. 75.

[4]Adorno bezieht sich mehrfach auf diesen Abschnitt aus dem Kapital. Cf. stellvertretend: Briefe an W. Benjamin vom 2.-4. August 1935 sowie vom 1.2.1939, in: Adorno/Benjamin, Briefwechsel, Frankfurt/M. 1994, S.147/396.

[5]Matth. 22, 36-38: "Meister, welches ist das höchste Gebot im Gesetz? Jesus aber antwortete ihm: 'Du sollst den Herrn, deinen Gott lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt.' Dies ist das höchste und größte Gebot."

[6]Zitiert nach Guido Knopp/Holger Hillesheim, Hitler - Eine Bilanz (ZDF), Teil 2, Der Verführer.

[7]Cf. Friedrich Nietzsche, Der Fall Wagner, in: F. N., KSA, München/Berlin/New York 1988, Bd. 6, S. 9 - 54.

 

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